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Requirements-Engineering: Die Brauerei

Hintergrund

Eine berühmte Brauerei aus dem Hochschwarzwald möchte neue Kundensegmente erschließen. Dabei hat man besonders die Gruppe der 18 bis 25-jährigen Studenten im Blick. Die etwas planlose Marketingabteilung glaubt mit einer „App“ werbewirksam den Getränkeumsatz erhöhen zu können.

Aufgabe

Beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wer sind mögliche Benutzergruppen der Softwareanwendung? Wer sind weitere Stakeholder?
  • Was wären geeignete Leitfragen für ein Kontextinterview?
  • Identifizieren Sie für die Benutzergruppe „18-25-jährige Studenten“ die Erfordernisse anhand des gegebenen Kontextinterviews (s.u.). Validieren Sie diese Erfordernisse.
  • Leiten Sie aus diesen Erfordernissen für die gegebene Nutzergruppe Nutzungsanforderungen ab. Validieren Sie diese.

Transkript eines Kontextinterviews

Das Interview führt ein Experte für Kontextinterviews (F), die Antworten gibt ein 23-jähriger Student (A).

  • F: Wann trinken Sie Biere dieser Brauerei?
  • A: Regelmäßig, am liebsten aber abends, wenn wir eine Studentenparty feiern.
  • F: Wie kommen Sie dann an das Bier?
  • A: Oft haben wir das Bier bereits vorher kauft. Manchmal geht es uns aber auch aus. Der nervt dann wirklich. Dann schicken wir einen, der noch nicht so viel getrunken hat, um Nachschub zu holen. Neulich hat der Toni aber über eine halbe Stunde gebraucht. Erst ist er zum Aldi gefahren. Der hatte aber schon zu. Dann wollte er ins Kaufland, die hatten zwar noch auf, hatten aber nur noch einen Kasten. Den hat der Toni dann mitgebracht, das Bier war aber noch seichwarm.
  • F: Ist es schon vorgekommen, dass Ihnen der Nachschub schon mal ganz ausgegangen ist?
  • A: Eigentlich nur einmal. Das war ziemlich spät am Abend. Wir hatten die Anita geschickt. Sie war die einzige, die noch halbwegs nüchtern war. Wir hatten sie gleich an die Tanke geschickt. Aber erst hat sie sich verfahren, und als sie dann endlich dort war, war es bereits nach 22:00. Und dann gibt es an der Tanke keinen Alkohol mehr. Zumindest nicht in Baden-Württemberg.
  • F: Wie viel Bier benötigen sie so am Abend?
  • A: Das hängt natürlich davon ab, zu wievielt wir sind. Wenn der Flo kommt, brauchen wir gleich einen halben Kasten mehr. Der Flo säuft echt wie ein Loch. Der muss echt mal aufpassen.
  • F: Was machen Sie, wenn Ihnen das Bier ausgeht und die Verkaufsstellen, beispielsweise die Tankstelle schon zu hat?
  • A: Puuh. Also entweder wir fahren in die Schweiz rüber, da gibt’s manchmal noch Läden, wo man was bekommt, oder wir holen noch Flaschen aus den WGs, wo die Kumpels wohnen.
  • F: Trinken Sie auch zu anderen Gelegenheiten, also nicht bei Studentenpartys Bier?
  • A: Eigentlich nicht, und wenn wir gemeinsam trinken, ist es ja eine Party (lacht).
  • F: Was macht für Sie eine gute Party aus?
  • A: Natürlich, dass es genügend gutes Bier gibt und die Kollegen dabei sind! Und ein paar Mädels (lacht wieder).
  • F: Danke für dieses Interview.
  • A: Schon recht, Prost!